Kongress "Humanistische Psychotherapie - Einheit und Vielfalt"

Freitag/Samstag, 12./13.10.2012 in der Urania Berlin

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>>> Ausführliches Programm mit Abstracts (PDF, 30 Seiten)
    

Am 12./13.10.2012 findet zum ersten Mal findet in Deutschland ein Kongress zum gesamten Spektrum der Humanistischen Psychotherapie statt. Er wird veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie (AGHPT), der angehören:

Im Laufe des Jahres 2012 wird die AGHPT beim Wissenschaftlichen Beirat einen Antrag auf wissenschaftliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie als Verfahren stellen.

Was ist Humanistische Psychotherapie?

Wir verstehen die Humanistische Psychotherapie als vierte Grundorientierung neben der behaviorialen, der psychodynamischen und der systemischen Psychotherapie. In der Humanistischen Psychotherapie wird der Mensch als Subjekt holistisch in seinen bio-psycho-sozialen Bezogenheiten gesehen.

Das subjektive Erleben und bewusste Handeln des Menschen kann selbstempathisch und empathisch erfasst werden. Der Mensch strebt nach Selbstverwirklichung, Wachstum, Entwicklung von Ressourcen, von Autonomie und Authentizität in seinen sozialen Bezügen. Kreativität und Selbstreflexion befähigen ihn über seine gesamte Lebensspanne hinweg zu Entwicklung und Gestaltung seiner Persönlichkeit und seiner Lebenswirklichkeit.

Der Mensch wird als verkörpert gesehen. Daher ist die psychotherapeutische Arbeit mit dem Körper ein zentraler Aspekt der Humanistischen Psychotherapie.

Das spezifisch Menschliche beinhaltet u.a.:

  • das Bedürfnis des Menschen nach Sinn,
  • das Bewusstsein und die Fähigkeiten zu Introspektion und Reflexion,
  • die existenzielle Wahlfreiheit des menschlichen Willens, die mit persönlicher Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und deren Folgen einhergeht,
  • die Fähigkeit des Menschen zu Kreativität, zu schöpferischer Lebensgestaltung und zur Co-Kreation sozialer Prozesse
  • das engagierte Sich-Einsetzen für bzw. das Ringen um relevante Lebensziele
  • die Fähigkeit des Menschen zu Freundschaft und Liebe, die den anderen Menschen als ganze Person meint.

In der Humanistischen Behandlungspraxis spielen die psychotherapeutische Beziehung, die Ressourcen- und Erlebnisorientiertheit, Emotionsfokussierung, Achtsamkeit und die therapeutische Kooperation eine zentrale Rolle.

International ist die Humanistische Psychotherapie eine der am meisten anerkannten und verbreiteten Orientierungen im ambulanten und stationären Bereich. Auch in Deutschland ist sie in der klinischen Praxis breit vertreten. Doch im Zuge des Psychotherapeutengesetzes und durch die Lobbypolitik der Richtlinienpsychotherapien wurde sie trotz ihrer nachweislich fundierten empirischen Basis berufs- und sozialrechtlich bis heute nicht anerkannt. Zwar ist die Humanistische Gesprächspsychotherapie bereits 2002 vom Wissenschaftlichen Beirat als wissenschaftlich anerkannt worden, doch der Gemeinsame Bundesausschuss lehnte 2008 ihre sozialrechtliche Anerkennung ab.

Der Kongress

Auf dem Kongress können Sie die ganze Bandbreite der Humanistischen Psychotherapie in Vorträgen und Workshop kennenlernen.

Uns ist es gelungen, neben namhaften VertreterInnen der verschiedenen Richtungen der Humanistischen Psychotherapie mit Irvin Yalom einen der profiliertesten und bekanntesten Psychotherapeuten weltweit zu gewinnen. Er ist vielen KollegInnen und Laien durch seine Fachbücher und Romane bekannt. Er wird per Life-Video auf Großbildleinwand zu sehen sein und Fragen beantworten.

Wir freuen uns, wenn Sie an unserem Kongress teilnehmen, um die Humanistische Psychotherapie zu erfahren. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, damit die Humanistische Psychotherapie die Bedeutung gewinnt, die ihr zusteht.